30.09.2011
FDP: Opfer von Vergewaltigungen optimal versorgen
Die FDP-Römerfraktion hat in einem Antrag gefordert, dass die Stadt Frankfurt die Kosten für die medizinische Untersuchung von Vergewaltigungsopfern im Rahmen des Modellprojekts von Frauennotruf und Universitätsklinik Frankfurt übernimmt, soweit diese nicht von anderen Kostenträgern bezahlt werden. Rainer Rahn, gesundheitspolitischer Sprecher der Liberalen, erläuterte: „Im Moment müssen die Frauen die Kosten von durchschnittlich 350 Euro selbst tragen. Dass diese Frage unmittelbar vor der Untersuchung geklärt werden muss, stellt für die durch die Tat traumatisierten Frauen natürlich eine extrem hohe Belastung dar und erklärt die sehr geringe Beteiligung an dem Projekt.“ So seien die Untersuchungen im Rahmen des Modellprojekts 2010 lediglich von sechs und in diesem Jahr bisher nur von zwei Frauen in Anspruch genommen worden. Bei einer Kostenübernahme durch die Stadt dürften sich diese Zahlen deutlich erhöhen.
Rahn weiter: „Den Antrag von CDU und Grünen auf Ausweitung des Modellprojekts haben wir dagegen abgelehnt, weil dies von den beteiligten Ärzten der Universitätsklinik als nicht sinnvoll erachtet wird. Offensichtlich haben sich die Antragsteller nicht die Mühe gemacht, mit den beteiligten Fachleuten zu sprechen. Laut deren Aussage ist die Einhaltung der erforderlichen Qualitätsstandards nämlich nur dann gewährleistet, wenn die Untersuchungen professionell vorgenommen, das heißt in wenigen Händen konzentriert werden. Daher ist eine Ausweitung auf weitere Kliniken schon allein angesichts der geringen Fallzahlen nicht sinnvoll, sondern unter Umständen sogar kontraproduktiv. Wenn man also einerseits hohe Qualitätsstandards gewährleisten und andererseits die Beteiligung an dem Projekt erhöhen möchte, sollte man das Angebot an der Universitätsklinik konzentrieren und gleichzeitig die Kostenübernahme sicherstellen. Nur so ist die optimale medizinische Versorgung der Opfer gewährleistet.“




